TestAS · Ingenieurwissenschaften
Bewegung, Kräfte, Energie, Druck und Strömung. Ein Text erklärt das Gesetz, zum Beispiel wie der Bremsweg mit der Geschwindigkeit wächst, und die Fragen verlangen, damit zu rechnen.
testas.de nennt dieses Thema für das Fachmodul Ingenieurwissenschaften. Im Test kommt es als Testlet: ein kurzer Text, eine Tabelle oder Formel, danach 4 bis 8 Fragen, die du daraus beantwortest.
Themenliste: testas.de
Vollständige Testlets in Prüfungslänge aus dem Kollego-Kurs, erzeugt wie unsere Probetests. Antworte aus dem Material und öffne dann jede Lösung.
Beschleunigung und Anhalteweg eines Autos
Die Kinematik beschreibt Bewegungen, ohne nach ihren Ursachen zu fragen. Die Geschwindigkeit v eines Körpers ist die Änderungsrate seines Ortes, die Beschleunigung a die Änderungsrate seiner Geschwindigkeit. Für eine gleichmäßig beschleunigte Bewegung aus dem Stand beträgt die Geschwindigkeit nach der Zeit t v = a·t, und der zurückgelegte Weg ist s = ½·a·t². Im Geschwindigkeit-Zeit-Diagramm ist die Steigung die Beschleunigung und die Fläche unter dem Graphen der zurückgelegte Weg. Geschwindigkeiten im Straßenverkehr werden meist in km/h angegeben; um in m/s umzurechnen, teilt man durch 3,6, also entsprechen 108 km/h genau 30 m/s.
v = a·t s = ½·a·t² Bremsweg = v² ÷ (2·a) 1 m/s = 3,6 km/h
Wenn ein Fahrer eine Gefahr sieht, beginnt das Auto nicht sofort zu bremsen. Während der Reaktionszeit, typischerweise etwa einer Sekunde, fährt das Auto mit konstanter Geschwindigkeit weiter; der Reaktionsweg ist Geschwindigkeit mal Reaktionszeit. Dann wirken die Bremsen, und das Auto verzögert, bis es steht. Bei einer konstanten Verzögerung a beträgt der Bremsweg v² geteilt durch 2a. Der Anhalteweg ist die Summe aus Reaktionsweg und Bremsweg.
Das Quadrat in der Formel für den Bremsweg hat wichtige Folgen für die Verkehrssicherheit. Verdoppelt sich die Geschwindigkeit, verdoppelt sich der Reaktionsweg, der Bremsweg aber vervierfacht sich. Auf nasser Fahrbahn sinkt die maximale Verzögerung, zum Beispiel von etwa 8 m/s² auf etwa 5 m/s², sodass der Bremsweg deutlich länger wird. Tempolimits vor Schulen und in Wohngebieten beruhen auf diesen Zusammenhängen.
Echte Autos beschleunigen nicht vollkommen gleichmäßig: Elektromotoren liefern schon aus dem Stand ein hohes Drehmoment, während Verbrennungsmotoren Gangwechsel brauchen. Für Planungs- und Sicherheitsrechnungen liefert das Modell der konstanten Beschleunigung aber brauchbare Schätzwerte. Fahrerassistenzsysteme nutzen dieselben Gleichungen: Ein Notbremsassistent berechnet aus dem gemessenen Abstand und der Relativgeschwindigkeit, ob sich ein Zusammenstoß noch vermeiden lässt, und bremst sonst selbstständig.
Ingenieure, die ein neues Elektroauto testeten, maßen seine Geschwindigkeit beim Anfahren aus dem Stand und bei einer Notbremsung auf trockener Teststrecke. Die Ergebnisse stehen unten. Im Test beschleunigte das Auto gleichmäßig und bremste mit einer konstanten Verzögerung von 6 m/s². Die Reaktionszeit des Testfahrers wurde mit 1,0 s gemessen.
| Zeit (s) | 0 | 2 | 4 | 6 | 8 | 10 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Geschwindigkeit (m/s) | 0 | 6 | 12 | 18 | 24 | 30 |
1. Wie groß ist die Beschleunigung des Autos beim Anfahren?
C: 3 m/s²
30 m/s in 10 s.
2. Welche Strecke legt das Auto in den ersten 10 Sekunden zurück?
B: 150 m
½ × 3 × 10².
3. Welche Geschwindigkeit in km/h erreicht das Auto nach 10 s?
D: 108 km/h
30 × 3,6.
4. Wie lang ist der Bremsweg aus 30 m/s bei 6 m/s²?
D: 75 m
30² ÷ (2 × 6) = 900 ÷ 12.
5. Wie lang ist der gesamte Anhalteweg aus 30 m/s einschließlich der Reaktionszeit?
B: 105 m
30 m Reaktionsweg + 75 m Bremsweg.
6. Wie verhält sich der Bremsweg aus 15 m/s zu dem aus 30 m/s?
D: Er ist ein Viertel so lang
Bremsweg ∝ v².
Arbeit, Energie, Leistung und Wirkungsgrad eines Krans
In der Physik wird Arbeit verrichtet, wenn eine Kraft ihren Angriffspunkt verschiebt: W = F·s, wenn die Kraft in Bewegungsrichtung wirkt. Arbeit wird in Joule (J) gemessen; ein Joule ist ein Newton mal ein Meter. Energie ist die Fähigkeit, Arbeit zu verrichten. Um eine Masse m gegen die Schwerkraft um die Höhe h anzuheben, ist eine Arbeit nötig, die dem Zuwachs an potenzieller Energie entspricht, E_pot = m·g·h. Eine bewegte Masse hat die kinetische Energie E_kin = ½·m·v².
W = F·s E_pot = m·g·h E_kin = ½·m·v² P = W ÷ t η = P_ab ÷ P_zu
Energie bleibt erhalten: Sie kann zwischen Formen umgewandelt, aber weder erzeugt noch vernichtet werden. Vernachlässigt man Reibung und Luftwiderstand, wandelt ein fallender Körper potenzielle in kinetische Energie um, sodass m·g·h = ½·m·v², und seine Geschwindigkeit nach einer Fallhöhe h ist v = √(2·g·h), unabhängig von seiner Masse.
Leistung ist die Rate, mit der Arbeit verrichtet oder Energie umgewandelt wird: P = W ÷ t, gemessen in Watt (1 W = 1 J/s). Eine Maschine, die dieselbe Arbeit in der halben Zeit verrichtet, hat die doppelte Leistung. Weil jede reale Maschine etwas Energie verliert, meist als Wärme durch Reibung und elektrischen Widerstand, ist ihre abgegebene Leistung kleiner als die aufgenommene. Der Wirkungsgrad η ist das Verhältnis von Nutzen zu Aufwand und wird oft in Prozent angegeben.
Die kinetische Energie wächst mit dem Quadrat der Geschwindigkeit. Ein Auto mit doppelter Geschwindigkeit hat die vierfache kinetische Energie, die beim Anhalten von den Bremsen in Wärme oder bei einem Zusammenstoß in Verformung umgewandelt werden muss. Auf Stromrechnungen wird Energie auch in Kilowattstunden angegeben: 1 kWh = 3,6 Millionen Joule.
Im Test wurde ein Teil der elektrischen Energie in den Motorwicklungen in Wärme und im Getriebe und in den Seilrollen in Reibung umgewandelt, was erklärt, warum die abgegebene Leistung kleiner war als die aufgenommene.
Ein Baukran mit Elektromotor wurde auf der Baustelle getestet. Im Test hob er eine Palette mit Ziegeln mit konstanter Geschwindigkeit an. Die Energie für das Heben kam aus dem Netz, und die elektrische Leistungsaufnahme des Motors wurde während des Hebens gemessen.
| Größe | Wert |
|---|---|
| Masse der Palette | 500 kg |
| Hubhöhe | 20 m |
| Dauer des Hebens | 25 s |
| Elektrische Leistungsaufnahme des Motors | 5 kW |
1. Wie viel potenzielle Energie gewinnt die Palette?
C: 100 kJ
500 × 10 × 20 J.
2. Welche nutzbare Leistung gibt der Kran ab?
B: 4 kW
100 000 J ÷ 25 s.
3. Wie hoch ist der Wirkungsgrad des Krans?
D: 80%
4 kW ÷ 5 kW.
4. Mit welcher Geschwindigkeit träfe die Palette ohne Luftwiderstand auf, wenn sie aus 20 m herabfiele?
D: 20 m/s
√(2 × 10 × 20) = √400.
5. Ein Auto mit 1000 kg fährt mit 20 m/s. Wie groß ist seine kinetische Energie?
B: 200 kJ
½ × 1000 × 20².
6. Wie viel elektrische Energie nimmt der Motor für das Heben auf?
D: 125 kJ
5000 W × 25 s.
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