Kollego
← Leitfaden zum Fachmodul Ingenieurwissenschaften

TestAS · Ingenieurwissenschaften

Werkstoffe: Übungs-Testlets für den TestAS

Eigenschaften wie Dichte, Festigkeit und Wärmeausdehnung, meist in einer Tabelle, aus der du vergleichst und rechnest.

testas.de nennt dieses Thema für das Fachmodul Ingenieurwissenschaften. Im Test kommt es als Testlet: ein kurzer Text, eine Tabelle oder Formel, danach 4 bis 8 Fragen, die du daraus beantwortest.

Themenliste: testas.de

Zwei Übungs-Testlets

Vollständige Testlets in Prüfungslänge aus dem Kollego-Kurs, erzeugt wie unsere Probetests. Antworte aus dem Material und öffne dann jede Lösung.

Testlet 1

Werkstoffwahl: Dichte, Steifigkeit und Festigkeit

Ingenieure wählen Werkstoffe nach den Anforderungen eines Bauteils. Drei Eigenschaften sind für Konstruktionen besonders wichtig. Die Dichte bestimmt, wie schwer ein Bauteil einer bestimmten Größe ist. Die Steifigkeit, gemessen durch den Elastizitätsmodul E, beschreibt, wie stark sich ein Werkstoff unter Last verformt: Ein hoher Modul bedeutet geringe Dehnung. Die Festigkeit beschreibt die Spannung, bei der der Werkstoff versagt; bei Zugbelastung ist die Zugfestigkeit die höchste Spannung, die der Werkstoff ertragen kann.

Spannung σ = F ÷ A Dehnung ε = σ ÷ E 1 MPa = 1 N/mm² 1 GPa = 1 000 MPa

Im Leichtbau, etwa bei Flugzeugen, Rennrädern oder Autos, zählen nicht nur die Eigenschaften selbst, sondern ihr Verhältnis zur Dichte. Die spezifische Steifigkeit, E geteilt durch die Dichte, zeigt, wie steif ein Bauteil bei gegebener Masse sein kann; die spezifische Festigkeit, Festigkeit geteilt durch Dichte, zeigt, wie viel Last es bei gegebener Masse tragen kann. Stahl ist sehr steif und fest, aber schwer; Aluminiumlegierungen haben etwa ein Drittel der Dichte, aber auch etwa ein Drittel der Steifigkeit, sodass ihre spezifische Steifigkeit der von Stahl ähnelt. Kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe (CFK) verbinden geringe Dichte mit hoher Steifigkeit und Festigkeit in Faserrichtung, sind aber teuer, schwer zu recyceln und quer zur Faser viel schwächer.

Auch andere Eigenschaften zählen: Kosten, Korrosionsbeständigkeit, Verhalten bei hohen Temperaturen, Bearbeitbarkeit und Fügbarkeit sowie Umweltwirkung. Holz etwa hat eine bescheidene Festigkeit, aber geringe Dichte, ist nachwachsend und leicht zu bearbeiten, und seine Eigenschaften unterscheiden sich längs und quer zur Faser stark. In der Praxis verwenden Ingenieure außerdem einen Sicherheitsbeiwert: Die zulässige Spannung ist die Festigkeit geteilt durch einen Faktor, zum Beispiel 2, um Unsicherheiten bei Lasten und Werkstoffqualität abzudecken. Im Flugzeugbau, wo jedes Kilogramm zählt, ist der Sicherheitsbeiwert kleiner, doch die Prüfungen von Werkstoffen und Konstruktionen sind viel strenger. Auch Werkstoffkombinationen sind üblich: Ein Fahrrad kann einen CFK-Rahmen, Aluminiumfelgen und Stahlspeichen haben, jeweils nach den Anforderungen des Bauteils gewählt.

Die Tabelle nennt typische Werte; reale Werte hängen von Legierung, Behandlung und Belastungsrichtung ab.

Typische Werkstoffeigenschaften
WerkstoffDichte (g/cm³)E-Modul (GPa)Zugfestigkeit (MPa)
Baustahl7,8210400
Aluminiumlegierung2,770300
CFK (in Faserrichtung)1,61501 500
Fichtenholz (in Faserrichtung)0,451080
  1. 1. Welche größte Zugkraft kann ein Stahlstab mit 100 mm² Querschnitt ertragen?

    • a4 000 N
    • b400 N
    • c21 000 N
    • d40 000 N
    Lösung anzeigen

    D: 40 000 N

    400 N/mm² × 100 mm².

  2. 2. Welche Kraft ist für diesen Stab mit einem Sicherheitsbeiwert von 2 zulässig?

    • a80 000 N
    • b20 000 N
    • c40 000 N
    • d10 000 N
    Lösung anzeigen

    B: 20 000 N

    40 000 N ÷ 2.

  3. 3. Welchen Querschnitt bräuchte ein Aluminiumstab, um dieselben 40 000 N bei seiner Zugfestigkeit zu tragen?

    • aEtwa 300 mm²
    • b100 mm²
    • cEtwa 133 mm²
    • d75 mm²
    Lösung anzeigen

    C: Etwa 133 mm²

    40 000 N ÷ 300 N/mm².

  4. 4. Ein Stahlstab wird mit einer Spannung von 105 MPa belastet. Wie groß ist seine Dehnung?

    • a0,0005 (0,05 %)
    • b0,005 (0,5 %)
    • c0,5
    • d2
    Lösung anzeigen

    A: 0,0005 (0,05 %)

    105 MPa ÷ 210 000 MPa.

  5. 5. Welcher Werkstoff hat die höchste spezifische Steifigkeit?

    • aBaustahl
    • bAluminiumlegierung
    • cFichtenholz in Faserrichtung
    • dCFK in Faserrichtung
    Lösung anzeigen

    D: CFK in Faserrichtung

    150 ÷ 1,6 ≈ 94, weit über den anderen.

  6. 6. Warum ähnelt die spezifische Steifigkeit von Aluminium der von Stahl?

    • aSowohl Dichte als auch Modul betragen etwa ein Drittel der Werte von Stahl
    • bAluminium und Stahl haben genau denselben Elastizitätsmodul
    • cAluminium ist dichter als Stahl
    • dAluminium ist unter Zug fester als Stahl
    Lösung anzeigen

    A: Sowohl Dichte als auch Modul betragen etwa ein Drittel der Werte von Stahl

    70 ÷ 2,7 ≈ 26 und 210 ÷ 7,8 ≈ 27.

Testlet 2

Druck im Wasser: Türme, Wasserhähne und Taucher

In einer ruhenden Flüssigkeit nimmt der Druck mit der Tiefe zu, weil jede Schicht das Gewicht der darüberliegenden Flüssigkeit tragen muss. Der zusätzliche Druck, den eine Flüssigkeitssäule der Höhe h verursacht, heißt hydrostatischer Druck. Er hängt nur von der Tiefe, der Dichte der Flüssigkeit und der Fallbeschleunigung ab, nicht von Form oder Breite des Behälters.

p = ρ·g·h F = p·A 1 bar = 100 000 Pa ρ(Wasser) = 1 000 kg/m³

Bei Wasser steigt der Druck je 10 m Tiefe um etwa 1 bar. An der Meeresoberfläche übt die Luft bereits einen Druck von etwa 1 bar aus, sodass ein Taucher in 10 m Tiefe einen absoluten Druck von etwa 2 bar erfährt, doppelt so viel wie an der Oberfläche. Manometer zeigen meist den Überdruck an, den Druck über dem Luftdruck.

Wasserversorgungen nutzen den hydrostatischen Druck. Ein Wasserturm speichert Wasser in einer Höhe über den Häusern, die er versorgt; der Höhenunterschied zwischen dem Wasserspiegel im Turm und einem Wasserhahn bestimmt den Wasserdruck am Hahn, wenn kein Wasser fließt. Wasserhähne in höheren Stockwerken haben daher weniger Druck als im Erdgeschoss. Hochhäuser brauchen Pumpen oder Zwischenbehälter, weil der Druck aus dem öffentlichen Netz für die oberen Stockwerke nicht ausreicht.

Weil Druck auf jede Fläche wirkt, können auf großen Flächen große Kräfte entstehen. Die Kraft auf eine Fläche ist der Druck mal der Fläche. Staumauern müssen unten dicker gebaut werden als oben, weil der Wasserdruck mit der Tiefe zunimmt. Luken von U-Booten und Aquarienscheiben müssen für die Kraft des Wasserdrucks ausgelegt sein, die in großen Tiefen Hunderttausende Newton erreichen kann. Fließt Wasser, geht durch Reibung in den Rohren ein Teil des Drucks verloren, sodass der Druck an einem geöffneten Hahn niedriger ist als der unten berechnete statische Wert.

Situationen
FallBeschreibung
1Ein Wasserhahn im Erdgeschoss liegt 40 m unter dem Wasserspiegel in einem Wasserturm.
2Ein Wasserhahn im fünften Stock eines vom selben Turm versorgten Gebäudes liegt 15 m höher als der Hahn im Erdgeschoss.
3Ein Taucher arbeitet in 30 m Tiefe im Meer (die Dichte wird mit 1 000 kg/m³ angenommen).
4Eine Luke mit einer Fläche von 0,5 m² befindet sich an einem U-Boot in 100 m Tiefe.
  1. 1. Wie groß ist der statische Wasserdruck am Hahn in Fall 1?

    • a40 bar
    • b5 bar
    • c0,4 bar
    • d4 bar
    Lösung anzeigen

    D: 4 bar

    1 000 × 10 × 40 = 400 000 Pa.

  2. 2. Wie groß ist der statische Wasserdruck am Hahn in Fall 2?

    • a1,5 bar
    • b2,5 bar
    • c5,5 bar
    • d4 bar
    Lösung anzeigen

    B: 2,5 bar

    Der Höhenunterschied beträgt 25 m.

  3. 3. Welcher absolute Druck wirkt in Fall 3 auf den Taucher?

    • a31 bar
    • b30 bar
    • c4 bar
    • d3 bar
    Lösung anzeigen

    C: 4 bar

    3 bar vom Wasser plus 1 bar von der Luft.

  4. 4. Welcher Überdruck wirkt in Fall 4 auf die Luke des U-Boots?

    • a10 bar
    • b1 bar
    • c100 bar
    • d11 bar am Manometer
    Lösung anzeigen

    A: 10 bar

    1 000 × 10 × 100 = 1 000 000 Pa.

  5. 5. Welche Kraft übt das Wasser in Fall 4 auf die Luke aus?

    • a50 000 N
    • b5 000 000 N
    • c2 000 000 N
    • d500 000 N
    Lösung anzeigen

    D: 500 000 N

    1 000 000 Pa × 0,5 m².

  6. 6. Warum werden Staumauern unten dicker gebaut?

    • aDer Wasserdruck nimmt mit der Tiefe zu
    • bDer Druck hängt vom gesamten Wasservolumen im Stausee ab
    • cWasser ist am Grund des Stausees dichter
    • dOben auf der Mauer verläuft die Straße
    Lösung anzeigen

    A: Der Wasserdruck nimmt mit der Tiefe zu

    p = ρ·g·h.

So bearbeitest du ein Testlet

Weitere Themen im Fachmodul Ingenieurwissenschaften

Mathematik und StatistikPhysikChemieTechnische MechanikThermodynamikElektrotechnikInformatikEntwicklung und Konstruktion

Leitfaden zum Fachmodul Ingenieurwissenschaften

Kostenlos üben

Ein Einstufungstest, eine Punkteprognose und deine erste Lerneinheit. Keine Kreditkarte, kostenlos ohne Zeitlimit.

Kostenlos starten, ohne Kreditkarte