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TestAS · Medizin

Anatomie: Übungs-Testlets für den TestAS

Der Aufbau des Körpers: Knochen, Muskeln, Nerven und Organe, mit der anatomischen Sprache der Texte.

testas.de nennt dieses Thema für das Fachmodul Medizin. Im Test kommt es als Testlet: ein kurzer Text, eine Tabelle oder Formel, danach 4 bis 8 Fragen, die du daraus beantwortest.

Themenliste: testas.de

Zwei Übungs-Testlets

Vollständige Testlets in Prüfungslänge aus dem Kollego-Kurs, erzeugt wie unsere Probetests. Antworte aus dem Material und öffne dann jede Lösung.

Testlet 1

Lage und Bewegungen des Körpers beschreiben

Um den Körper eindeutig zu beschreiben, verwendet die Anatomie eine feste Bezugshaltung, die anatomische Normalposition: Der Körper steht aufrecht, blickt nach vorn, die Arme hängen seitlich, und die Handflächen zeigen nach vorn. Alle Lagebezeichnungen beziehen sich auf diese Haltung, gleich in welcher Lage sich der Patient tatsächlich befindet. Eine Struktur näher an der Körpermitte liegt medial, eine weiter entfernte lateral. In der anatomischen Normalposition liegt der Daumen daher lateral vom kleinen Finger, und im Unterarm liegt der Radius (Speiche) auf der Daumenseite lateral von der Ulna (Elle).

Weitere Begriffspaare beschreiben die Lage entlang anderer Achsen. Superior bedeutet oben, inferior unten. Anterior (oder ventral) bedeutet nach vorn, posterior (oder dorsal) nach hinten. Oberflächliche Strukturen liegen näher an der Oberfläche, tiefe weiter innen. An den Gliedmaßen bedeutet proximal näher am Ansatz der Gliedmaße am Rumpf und distal weiter davon entfernt: Der Ellenbogen liegt proximal vom Handgelenk, und das Knie liegt distal von der Hüfte.

Drei Ebenen teilen den Körper. Eine Sagittalebene verläuft von vorn nach hinten und teilt den Körper in einen linken und einen rechten Teil; die Ebene genau durch die Mitte ist die Medianebene. Eine Frontalebene (Koronarebene) teilt ihn in einen vorderen und einen hinteren Teil. Eine Transversalebene teilt ihn in einen oberen und einen unteren Teil; die Computertomographie zeigt meist solche Transversalschnitte.

Auch Bewegungen gibt es paarweise. Die Flexion (Beugung) beugt ein Gelenk und verkleinert meist den Winkel zwischen zwei Teilen; die Extension (Streckung) streckt es. Die Abduktion bewegt einen Teil von der Körpermitte weg, die Adduktion zu ihr hin. Bei den Fingern ist der Mittelfinger die Bezugslinie: Spreizen der Finger ist Abduktion, Schließen ist Adduktion. Am Unterarm heißt die Drehung, die die Handfläche nach hinten (oder bei gebeugtem Ellenbogen nach unten) dreht, Pronation; dabei überkreuzt der Radius die Ulna. Das Zurückdrehen der Handfläche nach vorn oder oben ist die Supination. Am Sprunggelenk ist das Anheben des Fußes, sodass die Zehen nach oben zeigen, die Dorsalextension, und das Senken der Zehen nach unten, wie beim Zehenstand, die Plantarflexion. Das Drehen der Fußsohle nach innen ist die Inversion, nach außen die Eversion; die meisten Sprunggelenksverstauchungen entstehen, wenn der Fuß gewaltsam in Inversion gedrückt wird. Mit diesen Begriffen kann eine Ärztin einen Befund schriftlich genau beschreiben, zum Beispiel „eine 2 cm lange Wunde an der anterioren Fläche des linken Unterarms, 5 cm proximal vom Handgelenk“.

  1. 1. Ein Patient liegt auf dem Bauch, die Handflächen zeigen zum Boden. Welche Aussage verwendet die anatomischen Begriffe richtig?

    • aIn dieser Haltung kann man medial und lateral nicht verwenden
    • bSeine Daumen liegen medial von den kleinen Fingern
    • cSeine Daumen liegen posterior von den kleinen Fingern
    • dSeine Daumen liegen lateral von den kleinen Fingern
    Lösung anzeigen

    D: Seine Daumen liegen lateral von den kleinen Fingern

    Alle Begriffe beziehen sich auf die anatomische Normalposition, gleich in welcher Haltung der Patient ist. Dort liegt der Daumen lateral vom kleinen Finger, also wird er als lateral beschrieben.

  2. 2. Eine Tänzerin steht auf den Zehenspitzen. Welche Bewegung findet im Sprunggelenk statt?

    • aDorsalextension
    • bEversion
    • cPlantarflexion
    • dNur eine Streckung der Zehen
    Lösung anzeigen

    C: Plantarflexion

    Laut Text ist das Senken der Zehen nach unten, „wie beim Zehenstand, die Plantarflexion“.

  3. 3. Beim Schreiben drehen Sie den Unterarm so, dass die Handfläche zum Tisch zeigt. Wie heißt diese Bewegung, und was macht der Radius?

    • aSupination; die Ulna überkreuzt den Radius
    • bPronation; der Radius bleibt parallel zur Ulna
    • cPronation; der Radius überkreuzt die Ulna
    • dSupination; der Radius überkreuzt die Ulna
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    C: Pronation; der Radius überkreuzt die Ulna

    Bei gebeugtem Ellenbogen ist das Drehen der Handfläche nach unten die Pronation, und laut Text überkreuzt dabei der Radius die Ulna.

  4. 4. Ein Fußballer knickt so um, dass seine Fußsohle gewaltsam nach innen gedreht wird. Welche Bewegung verursachte die Verletzung?

    • aInversion
    • bDorsalextension
    • cEversion
    • dAbduktion der Zehen
    Lösung anzeigen

    A: Inversion

    Das Drehen der Fußsohle nach innen ist die Inversion, und laut Text entstehen die meisten Verstauchungen, wenn der Fuß gewaltsam in Inversion gedrückt wird.

  5. 5. Welche Beschreibung des Ellenbogens ist richtig?

    • aEr liegt oberflächlich zur Schulter
    • bEr liegt distal von der Schulter und proximal vom Handgelenk
    • cEr liegt proximal von der Schulter und distal vom Handgelenk
    • dEr liegt lateral vom Handgelenk
    Lösung anzeigen

    B: Er liegt distal von der Schulter und proximal vom Handgelenk

    An den Gliedmaßen bedeutet proximal näher am Rumpf und distal weiter davon entfernt. Der Ellenbogen liegt weiter vom Rumpf entfernt als die Schulter (distal) und näher als das Handgelenk (proximal).

  6. 6. Eine Aufnahme teilt den Körper in einen vorderen und einen hinteren Teil. Welche Ebene ist das?

    • aDie Medianebene
    • bEine Transversalebene
    • cEine Sagittalebene
    • dEine Frontalebene (Koronarebene)
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    D: Eine Frontalebene (Koronarebene)

    Laut Text teilt eine Frontalebene (Koronarebene) den Körper in einen vorderen und einen hinteren Teil. Eine Sagittalebene ergibt einen linken und rechten Teil, eine Transversalebene einen oberen und unteren.

  7. 7. Ein Patient spreizt alle Finger einer Hand. Bei welchem Finger ist Abduktion in diesem Sinn nicht möglich, und warum?

    • aBei jedem Finger, weil sich Abduktion auf die Körpermitte bezieht
    • bBeim Daumen, weil er lateral liegt
    • cBeim Mittelfinger, weil er die Bezugslinie ist
    • dBeim kleinen Finger, weil er medial liegt
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    C: Beim Mittelfinger, weil er die Bezugslinie ist

    Laut Text ist bei den Fingern der Mittelfinger die Bezugslinie: Spreizen von ihm weg ist Abduktion. Der Mittelfinger ist selbst die Bezugslinie.

Testlet 2

Das Knie: Bänder, Menisken und typische Verletzungen

Das Kniegelenk verbindet den Oberschenkelknochen (Femur) mit dem Schienbein (Tibia); die Kniescheibe (Patella) gleitet in einer Rinne an der Vorderseite des Femurs. Weil die knöchernen Gelenkflächen schlecht zueinander passen, ist das Gelenk auf Bänder und auf zwei sichelförmige Knorpelscheiben angewiesen, die Menisken. Sie vertiefen die Gelenkfläche und verteilen die Last.

Zwei Seitenbänder (Kollateralbänder) verlaufen an den Seiten des Gelenks. Das Innenband (mediales Kollateralband, MCL) auf der Innenseite widersteht Kräften, die den Unterschenkel gegenüber dem Oberschenkel nach außen drücken, sodass das Knie nach innen knickt (Valgusstress). Das Außenband (laterales Kollateralband, LCL) auf der Außenseite widersteht der entgegengesetzten Kraft (Varusstress). Ein Schlag gegen die Außenseite des Knies dehnt daher die Innenseite des Gelenks.

Im Gelenk überkreuzen sich die beiden Kreuzbänder. Das vordere Kreuzband (VKB) verhindert, dass die Tibia gegenüber dem Femur nach vorn gleitet; das hintere Kreuzband (HKB) verhindert, dass sie nach hinten gleitet. Beim vorderen Schubladentest zieht die Untersucherin die Tibia bei gebeugtem Knie nach vorn; eine im Vergleich zur gesunden Seite abnorme Vorwärtsbewegung spricht für einen Riss des VKB. Eine hintere Schublade spricht für einen Riss des HKB, typischerweise nachdem das gebeugte Knie bei einem Autounfall gegen das Armaturenbrett geprallt ist und die Tibia nach hinten gedrückt wurde. Die meisten VKB-Risse entstehen ganz ohne Kontakt, wenn eine Sportlerin aus einem Sprung landet oder mit fest stehendem Fuß die Richtung wechselt und das Knie nach innen dreht.

Der Innenmeniskus ist fest mit dem Innenband verwachsen und daher weniger beweglich als der Außenmeniskus; deshalb wird er häufiger verletzt. Eine kombinierte Verletzung von VKB, Innenband und Innenmeniskus heißt „unhappy triad“. Nur das äußere Drittel jedes Meniskus ist durchblutet (rote Zone); die inneren zwei Drittel werden durch Diffusion aus der Gelenkflüssigkeit ernährt. Risse in der äußeren Zone können oft genäht werden und heilen, während Risse in der inneren Zone schlecht heilen und meist geglättet werden.

Klinische Tests am Knie
TestDurchführungPositives Ergebnis spricht für
Vordere SchubladeTibia nach vorn gezogen, Knie 90° gebeugtRiss des VKB
Hintere SchubladeTibia nach hinten gedrückt, Knie 90° gebeugtRiss des HKB
ValgusstressUnterschenkel nach außen gedrückt, Knie leicht gebeugtVerletzung des Innenbands
VarusstressUnterschenkel nach innen gedrückt, Knie leicht gebeugtVerletzung des Außenbands
  1. 1. Ein Fußballer wird von außen gegen sein fest stehendes rechtes Knie getreten. Welches Band wird am wahrscheinlichsten gedehnt?

    • aDas Band der Kniescheibe
    • bDas Außenband
    • cDas hintere Kreuzband
    • dDas Innenband
    Lösung anzeigen

    D: Das Innenband

    Ein Schlag gegen die Außenseite drückt das Knie nach innen und den Unterschenkel nach außen: Valgusstress. Laut Text widersteht genau dieser Kraft das Innenband auf der Innenseite, also wird es gedehnt.

  2. 2. Bei einem verletzten Knie lässt sich die Tibia viel weiter nach hinten schieben als auf der gesunden Seite. Welche Struktur ist am wahrscheinlichsten gerissen?

    • aDas vordere Kreuzband
    • bDas Außenband
    • cDer Innenmeniskus
    • dDas hintere Kreuzband
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    D: Das hintere Kreuzband

    Eine Bewegung der Tibia nach hinten ist die hintere Schublade. Laut Text verhindert das HKB, dass die Tibia nach hinten gleitet; eine positive hintere Schublade spricht also für einen Riss des HKB.

  3. 3. Welcher Meniskusriss hat nach einer Naht die besten Heilungschancen?

    • aEin Riss im äußeren Drittel des Meniskus
    • bEin Riss im inneren Drittel des Innenmeniskus
    • cAlle Risse heilen gleich gut, wenn sie früh genäht werden
    • dEin Riss in der Mitte des Außenmeniskus
    Lösung anzeigen

    A: Ein Riss im äußeren Drittel des Meniskus

    Nur das äußere Drittel (rote Zone) ist durchblutet. Laut Text können Risse dort oft genäht werden und heilen, während Risse in den inneren zwei Dritteln schlecht heilen.

  4. 4. Warum wird der Innenmeniskus häufiger verletzt als der Außenmeniskus?

    • aEr trägt allein das ganze Körpergewicht
    • bEr ist mit dem Innenband verwachsen und bewegt sich weniger
    • cEr liegt außerhalb der Gelenkkapsel
    • dEr ist überhaupt nicht durchblutet
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    B: Er ist mit dem Innenband verwachsen und bewegt sich weniger

    Laut Text ist der Innenmeniskus „fest mit dem Innenband verwachsen und daher weniger beweglich“, deshalb wird er häufiger verletzt.

  5. 5. Eine Basketballspielerin landet ohne Berührung aus einem Sprung und hat eine positive vordere Schublade. Was lässt sich über den Mechanismus sagen?

    • aEin gerissenes VKB beweist, dass sie von außen getroffen wurde
    • bEr passt zum typischen Riss des VKB ohne Kontakt
    • cOhne Kontakt kann das VKB nicht reißen
    • dZuerst muss das HKB gerissen sein
    Lösung anzeigen

    B: Er passt zum typischen Riss des VKB ohne Kontakt

    Eine positive vordere Schublade bedeutet einen Riss des VKB. Laut Text entstehen die meisten VKB-Risse ohne Kontakt, bei der Landung oder einem Richtungswechsel, wenn das Knie nach innen dreht.

  6. 6. Ein MRT zeigt ein gerissenes VKB, ein gedehntes Innenband und einen gerissenen Innenmeniskus. Wie heißt diese Kombination, und welche Kraft wirkte vermutlich auf das Knie?

    • a„Unhappy triad“; Innendrehung bei fest stehendem Fuß
    • b„Unhappy triad“; ein Schlag gegen die Innenseite des Knies
    • cAus dem Text ist keine klare Aussage möglich
    • dHintere Schublade; der Armaturenbrett-Mechanismus
    Lösung anzeigen

    A: „Unhappy triad“; Innendrehung bei fest stehendem Fuß

    Laut Text heißt die Kombination aus VKB, Innenband und Innenmeniskus „unhappy triad“. Das Innenband wird durch Valgusstress gedehnt (Knie knickt nach innen), und das VKB reißt, wenn das Knie bei fest stehendem Fuß nach innen dreht.

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