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TestAS · Wirtschaftswissenschaften

Betriebswirtschaft: Übungs-Testlets für den TestAS

Rechnungswesen, Kosten und Preise, Investition, Abschreibung, Produktion und Organisation. Typisch: eine Kennzahl aus einer Bilanz berechnen oder die Gewinnschwelle finden.

testas.de nennt dieses Thema für das Fachmodul Wirtschaftswissenschaften. Im Test kommt es als Testlet: ein kurzer Text, eine Tabelle oder Formel, danach 4 bis 8 Fragen, die du daraus beantwortest.

Themenliste: testas.de

Zwei Übungs-Testlets

Vollständige Testlets in Prüfungslänge aus dem Kollego-Kurs, erzeugt wie unsere Probetests. Antworte aus dem Material und öffne dann jede Lösung.

Testlet 1

Eigenfertigung oder Fremdbezug?

Viele Unternehmen müssen entscheiden, ob sie ein Bauteil selbst herstellen oder von einem Lieferanten kaufen. Diese Make-or-buy-Entscheidung hängt von den Kosten ab, aber auch von Qualität, Zuverlässigkeit, Know-how und Flexibilität. Der Kostenvergleich nutzt die Unterscheidung zwischen fixen und variablen Kosten. Eigenfertigung verlangt meist Fixkosten für Maschinen, Flächen und Fachpersonal, dafür können die variablen Kosten pro Stück niedrig sein. Fremdbezug verlangt keine Fixkosten, aber jedes Stück kostet den Preis des Lieferanten, der dessen eigene Kosten und Gewinn enthält.

Bei kleinen Mengen ist der Fremdbezug meist günstiger, weil sich die Fixkosten der Eigenfertigung nur auf wenige Stücke verteilen würden. Bei großen Mengen wird die Eigenfertigung günstiger, weil die niedrigeren variablen Kosten mehr einsparen als die Fixkosten. Die Menge, bei der beide Möglichkeiten gleich viel kosten, ist die kritische Menge, eine Art Break-even-Punkt zwischen zwei Alternativen. Man findet sie, indem man die Gesamtkosten beider Möglichkeiten gleichsetzt.

Fixkosten (Eigenfertigung) + variable Kosten (Eigenfertigung) × Q = Einkaufspreis × Q kritische Menge Q* = Fixkosten ÷ (Einkaufspreis − variable Kosten der Eigenfertigung)

Die Rechnung ist nur ein Teil der Entscheidung. Berücksichtigt werden sollten nur Kosten, die sich durch die Entscheidung tatsächlich ändern: Eine Maschine, die das Unternehmen bereits besitzt und nicht verkaufen kann, verursacht keine zusätzlichen Fixkosten, auch wenn ihre Abschreibung in den Büchern steht. Fremdbezug kann Kapazitäten freisetzen, die für rentablere Produkte genutzt werden können, was Opportunitätskosten der Eigenfertigung sind. Andererseits schafft die Abhängigkeit von einem einzigen Lieferanten Risiken: Erhöht er die Preise, liefert er zu spät oder geht er pleite, kann die Produktion stillstehen. Unternehmen prüfen daher auch, ob ein Bauteil zu ihrer Kernkompetenz gehört, ob seine Qualität entscheidend ist und ob es strategisch wichtig ist, das Know-how im Haus zu halten. Verträge mit mehreren Lieferanten können das Abhängigkeitsrisiko verringern.

In den letzten Jahren haben viele Unternehmen Auslagerungsentscheidungen überdacht, nachdem Störungen globaler Lieferketten die Risiken langer Transportwege und konzentrierter Lieferanten gezeigt haben.

Ein Fahrradhersteller braucht ein spezielles Getriebeteil. Er kann es selbst herstellen oder von einem Lieferanten kaufen. Die erwartete Nachfrage beträgt 12 000 Stück pro Jahr.

Möglichkeiten für das Getriebeteil
MöglichkeitFixkosten pro JahrVariable Kosten pro Stück
Eigenfertigung90 000 Euro14 Euro
Fremdbezug0 Euro20 Euro
  1. 1. Bei welcher kritischen Menge kosten beide Möglichkeiten gleich viel?

    • a6429 Stück
    • b12 000 Stück
    • c15 000 Stück
    • d4500 Stück
    Lösung anzeigen

    C: 15 000 Stück

    Kritische Menge = Fixkosten / (Kaufpreis − variable Kosten der Eigenfertigung) = 90 000 / (20 − 14) = 90 000 / 6 = 15 000 Stück.

  2. 2. Was würde die Eigenfertigung von 12 000 Stück pro Jahr kosten?

    • a240 000 Euro
    • b90 000 Euro
    • c168 000 Euro
    • d258 000 Euro
    Lösung anzeigen

    D: 258 000 Euro

    Eigenfertigung = Fixkosten + variable Kosten × Menge = 90 000 + 14 × 12 000 = 90 000 + 168 000 = 258 000 Euro.

  3. 3. Welche Möglichkeit ist bei der erwarteten Nachfrage von 12 000 Stück günstiger?

    • aDer Fremdbezug, um 18 000 Euro
    • bDie Eigenfertigung, um 18 000 Euro
    • cDer Fremdbezug, um 90 000 Euro
    • dBeide kosten genau gleich viel
    Lösung anzeigen

    A: Der Fremdbezug, um 18 000 Euro

    Zukauf: 20 × 12 000 = 240 000. Eigenfertigung: 258 000. Zukauf ist um 258 000 − 240 000 = 18 000 Euro günstiger, wie unter der kritischen Menge von 15 000 zu erwarten.

  4. 4. Die Nachfrage steigt auf 20 000 Stück. Welche Möglichkeit ist dann günstiger?

    • aDer Fremdbezug, um 30 000 Euro
    • bBeide kosten gleich viel
    • cDie Eigenfertigung, um 30 000 Euro
    • dDer Fremdbezug, um 120 000 Euro
    Lösung anzeigen

    C: Die Eigenfertigung, um 30 000 Euro

    Eigenfertigung: 90 000 + 14 × 20 000 = 370 000. Zukauf: 20 × 20 000 = 400 000. Eigenfertigung ist um 30 000 Euro günstiger, da 20 000 über der kritischen Menge liegt.

  5. 5. Das Unternehmen besitzt bereits eine ungenutzte, unverkäufliche Maschine, die 40 000 Euro der Fixkosten abdecken würde. Wie hoch ist die neue kritische Menge?

    • aEtwa 8333 Stück
    • b6000 Stück
    • c15 000 Stück
    • dEtwa 21 667 Stück
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    A: Etwa 8333 Stück

    Laut Text verursacht eine vorhandene, unverkäufliche Maschine keine zusätzlichen Fixkosten. Relevante Fixkosten = 90 000 − 40 000 = 50 000. Neue kritische Menge = 50 000 / 6 ≈ 8333 Stück.

  6. 6. Welches nicht kostenbezogene Argument spricht für die Eigenfertigung?

    • aDer Preis des Lieferanten enthält eine Gewinnspanne
    • bFremdbezug verlangt hohe Fixkosten
    • cDie Eigenfertigung hat überhaupt keine variablen Kosten, nur Fixkosten
    • dWichtiges Know-how behalten und die Abhängigkeit von einem Lieferanten vermeiden
    Lösung anzeigen

    D: Wichtiges Know-how behalten und die Abhängigkeit von einem Lieferanten vermeiden

    Der Text warnt, dass ein einziger Lieferant Abhängigkeit schafft und dass eigenes Know-how strategisch wichtig sein kann. Beides spricht für die Eigenfertigung, ohne Kostengründe.

Testlet 2

Gewinn- und Verlustrechnung und Bilanz einer kleinen Firma

Jedes Unternehmen erstellt zwei grundlegende Abschlüsse. Die Bilanz ist eine Momentaufnahme zu einem bestimmten Stichtag. Auf der einen Seite führt sie das Vermögen auf, also alles, was die Firma besitzt oder was ihr geschuldet wird, etwa Gebäude, Maschinen, Vorräte, Beträge, die Kunden noch schulden (Forderungen), und Bargeld. Auf der anderen Seite zeigt sie, wie dieses Vermögen finanziert ist: durch das Kapital der Eigentümer (Eigenkapital) und durch Schulden gegenüber anderen (Verbindlichkeiten), etwa Bankkredite und Beträge, die Lieferanten geschuldet werden. Beide Seiten sind immer gleich, weil jeder Vermögenswert irgendwie finanziert ist.

Vermögen = Eigenkapital + Verbindlichkeiten

Die Gewinn- und Verlustrechnung umfasst einen Zeitraum, meist ein Jahr. Sie beginnt mit dem Umsatz, dem Wert der verkauften Waren und Dienstleistungen, und zieht die Aufwendungen ab. Nach Abzug des Wareneinsatzes ergibt sich der Rohertrag. Nach Abzug der betrieblichen Aufwendungen wie Gehälter, Miete und Abschreibungen ergibt sich das Betriebsergebnis, oft EBIT genannt (Ergebnis vor Zinsen und Steuern). Zieht man die Zinsen ab, erhält man den Gewinn vor Steuern, und nach Abzug der Ertragsteuer den Jahresüberschuss. Der Jahresüberschuss erhöht das Eigenkapital in der Bilanz, sofern er nicht an die Eigentümer ausgeschüttet wird.

Gewinn und Geld sind nicht dasselbe. Umsatz wird bei Lieferung der Waren erfasst, auch wenn der Kunde später zahlt; daher kann eine Firma einen Gewinn ausweisen und gleichzeitig knapp bei Kasse sein. Umgekehrt verbraucht der Kauf einer Maschine sofort Geld, erscheint in der Gewinn- und Verlustrechnung aber nur nach und nach, als Abschreibung über die Nutzungsdauer.

Viele Geschäftsvorfälle verändern die Bilanz, ohne den Gewinn zu berühren. Der Barkauf einer Maschine tauscht einen Vermögenswert gegen einen anderen; ein Bankkredit erhöht Kasse und Verbindlichkeiten um denselben Betrag. Die Summen auf jeder Seite ändern sich nur, wenn beide Seiten betroffen sind.

In Deutschland legt das Handelsgesetzbuch (HGB) die Regeln für diese Abschlüsse fest, während börsennotierte Konzerne internationale Standards (IFRS) anwenden. Beide beruhen auf dem Prinzip der doppelten Buchführung, bei dem jeder Geschäftsvorfall zweimal erfasst wird, einmal auf jeder Seite eines Kontos, was die Bilanz ausgeglichen hält. Größere Unternehmen müssen ihren Jahresabschluss von einem unabhängigen Abschlussprüfer prüfen lassen.

Gewinn- und Verlustrechnung des Jahres, Tsd. EUR
PostenBetrag
Umsatz800
Wareneinsatz480
Betriebsaufwand (Gehälter, Miete usw.)200
Abschreibungen40
Zinsen10
Ertragsteuersatz30 % des Gewinns vor Steuern
Bilanz zum Jahresende, Tsd. EUR
AktivaPassiva
Maschinen und Gebäude400Eigenkapital300
Vorräte120Langfristiger Bankkredit250
Forderungen80Lieferantenverbindlichkeiten100
Kasse50
  1. 1. Wie hoch ist der Rohertrag?

    • a320 Tsd. EUR
    • b800 Tsd. EUR
    • c80 Tsd. EUR
    • d120 Tsd. EUR
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    A: 320 Tsd. EUR

    Laut Text ergibt Umsatz minus Wareneinsatz den Rohertrag. Tabelle: Umsatz 800 − Wareneinsatz 480 = 320 Tsd. EUR.

  2. 2. Wie hoch ist das Betriebsergebnis (EBIT)?

    • a80 Tsd. EUR
    • b70 Tsd. EUR
    • c120 Tsd. EUR
    • d320 Tsd. EUR
    Lösung anzeigen

    A: 80 Tsd. EUR

    EBIT = Rohertrag − Betriebsaufwand − Abschreibungen (der Text zählt Abschreibungen zu den betrieblichen Aufwendungen). 320 − 200 − 40 = 80 Tsd. EUR.

  3. 3. Wie hoch ist der Jahresüberschuss?

    • a49 Tsd. EUR
    • b21 Tsd. EUR
    • c70 Tsd. EUR
    • d56 Tsd. EUR
    Lösung anzeigen

    A: 49 Tsd. EUR

    Gewinn vor Steuern = EBIT − Zinsen = 80 − 10 = 70. Steuer = 30 % × 70 = 21. Jahresüberschuss = 70 − 21 = 49 Tsd. EUR.

  4. 4. Welcher Anteil des Gesamtvermögens ist durch Eigenkapital finanziert?

    • aEtwa 54 %
    • bEtwa 85 %
    • cEtwa 46 %
    • dEtwa 38 %
    Lösung anzeigen

    C: Etwa 46 %

    Gesamtvermögen = 400 + 120 + 80 + 50 = 650. Das Eigenkapital ist 300, sein Anteil = 300 / 650 ≈ 0,46, also etwa 46 %. Probe: 300 + 250 + 100 = 650.

  5. 5. Die Firma kauft eine neue Maschine für 30 Tsd. EUR bar. Was geschieht mit dem Gesamtvermögen?

    • aEs bleibt gleich
    • bEs steigt um 60 Tsd. EUR
    • cEs sinkt um 30 Tsd. EUR
    • dEs steigt um 30 Tsd. EUR
    Lösung anzeigen

    A: Es bleibt gleich

    Laut Text tauscht der Barkauf einer Maschine einen Vermögenswert gegen einen anderen. Kasse −30, Maschinen +30, das Gesamtvermögen bleibt bei 650.

  6. 6. Warum kann einer profitablen Firma das Geld ausgehen?

    • aEigenkapital muss als Bargeld gehalten werden
    • bGewinne werden immer als Steuer abgeführt
    • cUmsatz wird gebucht, bevor die Kunden tatsächlich zahlen
    • dAbschreibungen werden jeden Monat bar bezahlt
    Lösung anzeigen

    C: Umsatz wird gebucht, bevor die Kunden tatsächlich zahlen

    Laut Text wird Umsatz bei Lieferung erfasst, auch wenn der Kunde später zahlt. Der Gewinn kann also Verkäufe enthalten, die noch kein Geld gebracht haben, und der Firma kann das Geld knapp werden.

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